Edge · OPC UA · DDS · MQTT · HTTP · CRA

Industrial IoT & Edge-Integration

Industrial IoT und Edge-Integration für Bestandsanlagen und neue Produkte. Wir führen Maschinendaten in MES-, ERP- und Cloud-Systeme über und prüfen vernetzte Produkte auf die Anforderungen des Cyber Resilience Act (CRA) und der IEC 62443.

Zielgruppe

Für wen wir arbeiten

  • Maschinenbauer

    Ihre Maschine soll sich in die IT-Landschaft Ihrer Kunden einfügen und auch im vernetzten Betrieb ihre Pflichten erfüllen.

  • Gerätehersteller

    Sie erweitern Ihr Produkt um Cloud-Telemetrie und Fernwartung und möchten sich damit keine neuen Compliance-Risiken einhandeln.

  • Systemintegratoren

    Für die Edge- und IT-Anbindung ergänzen Sie Ihr Projektteam gezielt um uns. Die übrige Systemintegration bleibt bei Ihnen.

  • Anbieter von MES-, BI- und ERP-Systemen

    Ihre Plattform soll Fertigungsdaten aus Maschinen und Steuerungen verarbeiten, auch wenn sie deren Protokolle nicht direkt unterstützt.

Leistungsumfang

Was wir tun

  1. 01

    Entwicklung von Edge-Gateways

    Wir entwickeln Edge-Gateways, die Fertigungsdaten erfassen, vereinheitlichen und an übergeordnete IT-Systeme übertragen. Ob die Verarbeitung lokal (Thick Edge) oder überwiegend in der Cloud (Thin Edge) stattfindet, richtet sich nach der Anwendung.

  2. 02

    Protokollbrücken zwischen IT-Systemen

    Wir entwickeln Protokollbrücken zwischen Systemen, die bereits auf der IT-Seite angebunden sind, etwa von OPC UA zu MQTT, von OPC UA zu HTTP/REST oder von DDS zu OPC UA, an der Stelle im System, an der sie laufen müssen.

  3. 03

    Anbindung von Bestandsanlagen

    Wir binden laufende Fertigungslinien über OPC UA an, nachgerüstet neben den Steuerungen. Die Steuerungen bleiben, und die Produktion läuft weiter.

  4. 04

    Integration in MES und ERP

    Wir binden die OT über Edge-Gateways an MES- und ERP-Systeme an. Die OT/IT-Grenze wird dabei an einer Stelle bewusst überbrückt und nicht für jedes Zielsystem neu.

  5. 05

    Cloud-Telemetrie und Steuerbefehle

    Wir integrieren Telemetrie vom Gerät in die Cloud und Befehle von der Cloud zum Gerät, in Azure, AWS IoT und andere IoT-Plattformen.

  6. 06

    Compliance-Audit

    Wir prüfen Industriegeräte gegen den CRA und die IEC 62443, dokumentieren die Lücken und beheben sie. Konformitätsbewertung und Zertifizierung übernehmen wir nicht.

  7. 07

    Schulung, gemeinsame Entwicklung und Langzeitbetreuung

    Wir führen Ihre Ingenieure durch Datenmodell, Gateway und Compliance-Nachweise, damit sie beides selbst erweitern und betreiben können. Nach der Einführung übernehmen wir den Third-Level-Support als Ergänzung zu Ihrem First-Level-Support.

Technik

Technologien und Pflichten

Protokolle zu den IT-Systemen
OPC UA (Client, Server, PubSub) · MQTT und Sparkplug B · HTTPS/REST · AMQP · IoT-SDKs der Cloud-Anbieter
Pflichten
Verordnung (EU) 2024/2847 (CRA) · IEC 62443-4-1 / -4-2 für das Produkt · IEC 62443-3-3 Zonen und Conduits für das System
Was Sie erhalten
Firmware oder Anwendung für das Edge-Gateway mit Build-Umgebung · Datenmodell und Topic-Zuordnung · Nachweise zu sicheren Updates und Software-Stückliste (SBOM) · Auditbericht nach CRA und IEC 62443 · einsatzfähige Lösung mit Übergabedokumentation

Was umfasst Industrial IoT und Edge-Integration?

Industrial IoT und Edge-Integration umfasst alles zwischen der Steuerungsebene einer Maschine und den IT-Systemen, die ihre Daten nutzen.

Dazu gehören Erfassung, Vereinheitlichung, ein für die Zielsysteme geeignetes Datenmodell, der Transport in Richtung IT-Systeme (im Englischen „Northbound“) und die IT-Sicherheit und Compliance, ohne die keine dieser Daten das Werk verlassen darf. Es gibt drei Einstiege in diese Arbeit: die Nachrüstung von Linien, die nicht stillstehen dürfen, die Edge-Integration in Produkte, die gerade entwickelt werden, und das CRA-Audit für Industriegeräte, die unter den CRA fallen, sobald ihr bestimmungsgemäßer Gebrauch eine Datenverbindung umfasst. Diese Seite behandelt den Weg der Daten zu MES, ERP und Cloud. Die Geräte- und Netzwerkintegration behandelt den Weg zwischen Geräten, von Protokoll zu Protokoll.

Unser Team hat OPC-UA-zu-MQTT-Konnektoren für eine Fernservice-Plattform an Landmaschinen gebaut, OPC UA in Azure integriert, Node-RED-Module in die Cloud eines Kunden geliefert und ein zentrales Gateway entwickelt, über das jedes entfernte ERP Live-Daten mehrerer Maschinen per OPC UA abruft. Es ersetzt die bisherige MQTT-Brücke des Kunden. Typische Projekte sind:

  • Ein Edge-Gateway oder Edge-Gerät, als Thin oder Thick Edge, je nachdem, wo die Verarbeitung hingehört.
  • Eine Brücke zwischen zwei Datenwelten: OPC UA zu MQTT, OPC UA zu HTTP/REST oder ein Gateway von DDS zu OPC UA.
  • Eine laufende Linie anbinden: Nachrüstung von Gateways an Bestandsanlagen, ohne Steuerungen zu tauschen.
  • Der Schritt ins Unternehmen: Integration von OT in MES und ERP über Edge-Gateways und die OT/IT-Architektur dazu.
  • Cloud-Telemetrie und Steuerbefehle: Maschinendaten in die Cloud und Befehle zurück zum Gerät.
  • Ein Audit: Sicherheitsaudit für Industriegeräte nach IEC 62443 und Bewertung des CRA-Konformitätsstands eines bereits ausgelieferten Produkts.

Ein gewachsener Bestand muss seine Daten hergeben, ohne ersetzt zu werden. Ein neues Produkt muss von Anfang an vernetzt und konform sein. Oder ein bereits vernetztes Produkt muss gegen Pflichten geprüft werden, die erst nach seiner Auslieferung entstanden sind.

Die Inbetriebnahme der Anlage übernehmen wir nicht. Wir bauen einen Proof of Concept, machen daraus eine einsatzfähige Lösung und übergeben sie an den, der die Inbetriebnahme verantwortet. Während Integration und Test arbeiten unsere Ingenieure mit Ihren zusammen.

Feld, Edge und Cloud von links nach rechts. Die Edge umfasst Erfassung, Normalisierung, Datenmodell und Transport zu den IT-Systemen, innerhalb einer Grenze, die sie als vernetztes Produkt unter dem Cyber Resilience Act kennzeichnet. Jede Spalte nennt den Einstieg, der dort beginnt: Bestandsanlagen in der Feldspalte hinter einer vorhandenen Steuerung; Neuentwicklung und CRA-Audit in der Edge-Spalte

Datenfluss und Compliance-Pflichten vom Feld bis in die Cloud.

Welche Anforderungen stellt der Cyber Resilience Act an vernetzte Produkte?

Der CRA verlangt einen sicheren Update-Weg, ein Verfahren für den Umgang mit Schwachstellen und eine erzeugte Software-Stückliste (SBOM), und zwar für den gesamten Unterstützungszeitraum des Produkts.

Die Verordnung (EU) 2024/2847 gilt für Produkte mit digitalen Elementen, die in der EU in Verkehr gebracht werden. Die Meldepflichten für aktiv ausgenutzte Schwachstellen und schwerwiegende Sicherheitsvorfälle nach Artikel 14 gelten seit dem 11. September 2026; grundsätzlich gilt die Verordnung ab dem 11. Dezember 2027. Alle drei Anforderungen müssen im Feld funktionieren: der Update-Weg auf Geräten, die schon ausgeliefert sind, das Schwachstellenverfahren mit einer verantwortlichen Person dahinter und die Software-Stückliste, die erzeugt und nicht von Hand gepflegt wird.

Vier Produktphasen von links nach rechts, jeweils mit ihren CRA-Pflichten: Risikobewertung, sichere Voreinstellungen und eine erzeugte SBOM in der Entwicklung; Konformitätsbewertung, technische Dokumentation und CE-Kennzeichnung bei der Auslieferung; sicherer Update-Weg, Umgang mit Schwachstellen und Meldepflicht im Unterstützungszeitraum; und das beim Kauf angegebene Enddatum. Erzeugte SBOM, Update-Weg und Schwachstellenverfahren sind hervorgehoben, und eine Klammer unter der Unterstützungsphase markiert einen Unterstützungszeitraum von mindestens fünf Jahren

CRA-Pflichten nach Phase im Produktlebenszyklus.

Das Thema steht auf dieser Seite und nicht auf einer Compliance-Seite, weil erst die Datenverbindung im bestimmungsgemäßen Gebrauch eine Maschine in den Geltungsbereich bringt. Ein CRA-Audit für Industriegeräte wird deshalb meist zusammen mit dem Vernetzungsprojekt beauftragt, und den Update-Weg in diesem Projekt einzubauen ist weit günstiger, als ihn später in eine ausgelieferte Flotte nachzurüsten. Wir prüfen und beheben die Lücken, zertifizieren aber nicht. Eine notifizierte Stelle ist für wichtige Produkte der Klasse II und für kritische Produkte erforderlich, außerdem für wichtige Produkte der Klasse I, wenn keine harmonisierten Normen angewandt werden. Für kritische Produkte kann stattdessen ein europäisches Cybersicherheitszertifikat nötig sein.

Wie lässt sich eine Produktionslinie ohne Stillstand nachrüsten?

Die Nachrüstung läuft neben den Steuerungen und nie im Steuerungspfad, deshalb produziert die Linie weiter.

Sie ergänzt nur: Die OPC-UA-Anbindung bestehender Fertigungslinien entsteht neben den Steuerungen und nicht durch sie hindurch. Sie liest, was schon da ist, und gibt es an die IT-Systeme weiter. Am Steuerungsverhalten der Maschine ändert sich nichts, und deshalb lässt sich die Änderung in einem Wartungsfenster einplanen und braucht keinen Stillstand. Gibt es schon einen Datenweg, etwa eine ältere MQTT-Brücke, wird er schrittweise ersetzt: Der neue Weg liest parallel mit, läuft eine Zeit lang neben dem alten, der führend bleibt, und übernimmt dann in einem geplanten Fenster. Der alte Weg bleibt als Rückfallebene erhalten.

Drei Schritte zum Ersetzen eines vorhandenen Datenwegs: Daten erfassen, neben der Steuerung und nur lesend; Parallelbetrieb, mit Daten über den neuen Weg, während der alte führend bleibt; Umschaltung in einem geplanten Fenster, mit dem alten Weg als Rückfallebene. Ein Produktionsbalken darunter läuft ohne Unterbrechung, bis auf dieses eine Fenster

Einen vorhandenen Datenweg ersetzen, während die Produktion weiterläuft.
  • Der gewachsene Bestand. Er stammt meist von mehreren Herstellern und aus mehreren Generationen und ist kaum dokumentiert. Die Integration beginnt deshalb mit der Frage, was tatsächlich in der Halle steht. Kann eine Steuerung die nötigen Daten nicht liefern, erfasst sie stattdessen ein Edge-Gerät auf der Feldseite direkt am Gerät.
  • Ein Unified Namespace. Sollen die Daten über die reine Verbindung hinaus vereinheitlicht werden, gibt ihnen ein Unified Namespace über alle Standorte eine einheitliche Struktur. Diese Struktur richtig anzulegen ist zuerst Modellierungsarbeit und erst danach Infrastruktur, und sie greift direkt auf die Informationsmodellierung mit OPC UA zurück.

Was ist bei einer Neuentwicklung anders als bei einer Nachrüstung?

Bei einer Neuentwicklung verschiebt sich die Kostenrechnung: Datenmodell, IT-Sicherheit und Update-Weg gleich mit zu entwerfen kostet einen Bruchteil der späteren Nachrüstung.

NachrüstungNeuentwicklung
Was den Entwurf begrenztVorhandene AnlagenSie legen es selbst fest
Was entwickelt werden mussLösungen innerhalb der vorhandenen GrenzenDatenmodell, IT-Sicherheit und Update-Weg von Anfang an, zu einem Bruchteil der späteren Kosten

Datenmodell, IT-Sicherheit und Update-Weg sind eine Entwurfsfrage, nicht drei, weil jede die anderen begrenzt. Was ein Gerät meldet, bestimmt, was ein sicheres Update anfassen muss, und beides bestimmt, welche Nachweise ein CRA-Audit später verlangt.

Bei Neuentwicklungen wird hier oft zu wenig investiert, in der Annahme, die Vernetzung lasse sich am Ende ergänzen. Das geht, aber die Nachrüstung kostet deutlich mehr, besonders wenn eine CRA-Pflicht auf eine Flotte ohne Update-Mechanismus trifft.

Wann reicht ein Standard-Edge-Gateway aus?

Ein Standard-Gateway reicht, wenn das Protokollpaar üblich ist und am Datenmodell nichts entworfen werden muss.

Hersteller wie Hilscher und HMS Networks (Anybus) verkaufen Edge-Gateways für die gängigen Kombinationen von Feldbus zu MQTT und Feldbus zu OPC UA. Für eine einzelne Maschine mit einem bekannten Protokoll ist ein Katalogteil meist die richtige und oft die günstigere Wahl. Auch die Empfehlung eines Standard-Gateways kann das Ergebnis der Bestandsaufnahme sein, und wir sagen das, bevor die Entwicklung beginnt. Steht der Preis im Vordergrund, ist ein reiner Software-Konnektor auf vorhandener Hardware eine dritte Möglichkeit und oft günstiger als beide. Eine Eigenentwicklung lohnt sich, wenn einer von drei Punkten zutrifft:

  • Für die nötige Protokollkombination gibt es kein passendes Standardprodukt.
  • Das Gateway soll in Ihrem Produkt sitzen, mit Ihrem Service dahinter, und nicht als Fremdteil daneben im Schaltschrank.
  • Das Datenmodell muss für das Zielsystem entworfen werden und nicht aus den Standard-Tags der Steuerung entstehen.

Die entsprechende Frage zwischen Geräten, von Protokoll zu Protokoll, beantwortet die Seite zur Geräte- und Netzwerkintegration.

Welche Datenverarbeitung gehört an die Edge, welche in die Cloud?

Die Grenze richtet sich nach Latenz, Bandbreite und der Frage, wo das Vertrauen enden muss.

Ob Thin oder Thick Edge, entscheiden diese drei Faktoren und nicht eine Produktkategorie. Eine Thin Edge erfasst und transportiert, ausgewertet wird in der Cloud. Eine Thick Edge wertet vor Ort aus und sendet die Ergebnisse. Die meisten Systeme liegen zwischen diesen beiden Mustern, und wo die Verarbeitung stattfindet, kann sich im Lauf des Produktlebenszyklus ändern. Deshalb behandeln wir Edge und Cloud als Kontinuum und nicht als zwei feste Orte.

Zwei Zeilen mit demselben Weg vom Feld in die Cloud. Eine Thin Edge filtert und leitet weiter und schickt Rohdaten über eine stark belastete Verbindung in die Cloud; eine Thick Edge verarbeitet und wertet aus und schickt nur Ergebnisse über eine schwach belastete Verbindung. Ein Doppelpfeil dazwischen zeigt, dass die meisten Systeme dazwischen liegen und sich im Lebenszyklus verschieben. Der Titel nennt die drei Faktoren, die die Grenze festlegen: Latenz, Bandbreite und Vertrauen

Thin und Thick Edge auf demselben Weg vom Feld in die Cloud.

Am häufigsten bauen wir die einfache Variante: an der Maschine erfassen, an der Edge normalisieren, lokal puffern, damit ein Verbindungsausfall keine Daten kostet, und in die Cloud mit einem Datenmodell senden, das für das Zielsystem entworfen ist und nicht die Rohwerte der Sensoren weiterreicht. Der Rückweg, also Befehle von der Cloud zum Gerät, bekommt mehr Entwurfsaufwand als die Telemetrie, weil ein Befehl den Zustand einer Maschine ändert und ein Messwert nicht.

FAQ

Häufige Fragen

Wer übernimmt Industrial-IoT- und Edge-Integration?
Wir. Wir bauen das Edge-Gateway, entwerfen das Datenmodell und erstellen die Compliance-Nachweise, als Schicht zwischen Ihren Maschinen und den Systemen, die ihre Daten nutzen. Unsere Ingenieure entwickeln und testen gemeinsam mit Ihren, vor Ort und remote, und bleiben danach als Third-Level-Support dabei. Maschine, Steuerungslogik und Kundenbeziehung bleiben bei Ihrem Team, und die Anlage Ihres Kunden nehmen wir nicht in Betrieb.
Zertifizieren Sie unser Gerät nach CRA oder IEC 62443?
Nein. Wir prüfen ein Produkt gegen die Pflichten, zeigen, wo es sie nicht erfüllt, und übernehmen die Entwicklung, die die Lücke schließt. Zertifizierung und Konformitätsbewertung sind eigene Aufgaben und bleiben bei den Stellen, die dafür zuständig sind.
Nehmen Sie das SCADA-System oder die Anlage in Betrieb?
Nein. Für Projekte mit mehreren Herstellern und Bestandsanlagen bauen wir einen Proof of Concept, machen daraus eine einsatzfähige Lösung und übergeben sie an den, der die Inbetriebnahme verantwortet. Wir übernehmen weder die SCADA-Inbetriebnahme noch FAT und SAT oder die Instandhaltung in der Fertigung.
Betreiben Sie unsere Cloud-Infrastruktur?
Nein. Wir integrieren Geräte in Azure, AWS IoT und andere IoT-Plattformen, also die Geräteseite, die Telemetrie, den Befehlsweg und das Datenmodell. Server-Provisionierung und Cloud-Betrieb übernehmen wir nicht. Lambda-Funktionen, S3-Lifecycle-Regeln und DevOps-Pipelines bleiben bei Ihrem Cloud-Team.
Ist das dasselbe wie Geräte- und Netzwerkintegration?
Nein. Geräte- und Netzwerkintegration verbindet Protokolle innerhalb der OT, also ein Gerät mit einem anderen in der Fertigung. Hier geht es um den Weg von der OT in die IT, aus Maschinendaten werden Informationen, die MES, ERP und Cloud nutzen können. Viele Projekte brauchen beides.
Können Sie Maschinen anbinden, die wir nicht selbst gebaut haben?
Das ist der größte Teil dieser Arbeit. Maschinendaten verschiedener Hersteller aus einem gewachsenen Bestand zu integrieren ist der Normalfall. Deshalb geht es bei der Nachrüstung weiter unten darum, die Linie weiterlaufen zu lassen, und nicht um Protokolle.
Was kostet ein Projekt zur Edge-Integration oder Nachrüstung?
Das ergibt sich aus der Bestandsaufnahme, nicht aus einer Preisliste. Anzahl der Maschinen, Protokollmix, wie viel IT-Sicherheit schon vorhanden ist und ob sich die Steuerungen auslesen lassen, ohne sie anzufassen, bestimmen den Aufwand. Wir schätzen ihn bei der Anfrage ab, sobald diese Punkte bekannt sind.
Mit welcher Latenz vom Gerät bis in die Cloud können wir rechnen?
Das hängt vom gewählten Transport, vom Netzweg und von den Gateways, Firewalls, Brokern und Cloud-Diensten zwischen Gerät und Zielsystem ab. Eine Schätzung, die diese Stationen nicht berücksichtigt, wäre sehr ungenau. Wir messen die Latenz in der Architektur, die Sie tatsächlich aufbauen, und übernehmen nicht das Ergebnis eines optimierten Demonstrators.
Funktioniert das mit unseren vorhandenen, älteren Steuerungen?
Meistens, weil die Nachrüstung liest, was schon da ist, und keine bestimmte Steuerungsgeneration voraussetzt. Ob es passt, klären wir in der Bestandsaufnahme vor Ort und nicht anhand eines Datenblatts. Ein Bestand mit mehreren Herstellern und ohne Dokumentation ist deshalb der übliche Ausgangspunkt und kein Hindernis.
Können Sie unser Team schulen, damit es das selbst einführt und betreibt?
Ja. Die Schulung gibt es als eigenes Projekt oder zusammen mit einem Projekt, und Ihre Ingenieure arbeiten bei der ersten Einführung mit unseren am Datenmodell, am Gateway und an den Compliance-Nachweisen. Erfahrung mit einer ganzen Geräteflotte entsteht über mehr als ein Gerät. Deshalb folgt auf die Schulung unser Third-Level-Support als Ergänzung zu Ihrem First-Level-Support.
Deckt das CRA-Audit Secure Boot und Härtung der Hardware ab?
Ja, als Teil der Geräteanforderungen der IEC 62443-4-2, gegen die das Audit prüft. Secure Boot, die Ablage von Zugangsdaten und die Härtung der Hardware sind Maßnahmen auf Geräteebene, neben dem Update-Weg und der Software-Stückliste. Lücken in einem dieser Punkte beheben wir im selben Projekt.
Wie gehen Sie mit der Diagnose des Gateways selbst um?
Das Gateway meldet neben dem Zustand des angeschlossenen Geräts auch seinen eigenen Betriebszustand. Ein Gateway, das verstummt oder nach dem Ausfall des Geräts weiter einen veralteten Wert veröffentlicht, verdeckt einen Fehler, anstatt ihn zu melden. Wir legen dieses Fehlerverhalten zusammen mit dem Datenmodell fest und überlassen es nicht der Voreinstellung des SDKs.
Wer ist für Datenaufbewahrung und Datenschutz verantwortlich?
Die Vorgaben legen Sie fest; wir legen die Architektur so aus, dass sie sie umsetzt. Aufbewahrungsfristen und die Frage, was als personenbezogene oder als Betriebsdaten gilt, entscheiden Sie und, wo die DSGVO greift, Ihr Datenschutzbeauftragter. Wir bauen Datenmodell und Transport so, dass sie diese Regeln durchsetzen. Die Regeln selbst legen wir nicht fest.
Normen und Quellen
  • Verordnung (EU) 2024/2847 – der Cyber Resilience Act; die Meldepflichten nach Artikel 14 gelten seit dem 11. September 2026, die Verordnung gilt grundsätzlich ab dem 11. Dezember 2027
  • IEC 62443-4-1 / -4-2 – sichere Produktentwicklung und Anforderungen an Komponenten
  • IEC 62443-3-3 – Sicherheitsanforderungen und Security Level für Systeme, angewandt auf die Zonen und Conduits, die IEC 62443-3-2 festlegt
  • IEC 62541 – OPC UA, der übliche Weg aus der OT in die IT
  • Sparkplug B – Nutzlast- und Zustandssemantik für industrielle Telemetrie über MQTT
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