Fahrzeughersteller · Zulieferer · MES-Anbieter und Linienintegratoren

Automobilindustrie

Netzwerkintegration an der Fertigungslinie in der Automobilindustrie: Wir entwickeln deterministische Netze, End-of-Line-Prüfsysteme und die Datenerfassung für die Rückverfolgbarkeit. Unsere Auftraggeber sind MES-Anbieter, Linienintegratoren und die Werkstechnik von Herstellern und Zulieferern.

Herausforderungen

Herausforderungen, die wir lösen

  • Werksnetze mit Anlagen verschiedener Generationen

    In derselben Halle laufen PROFINET, EtherNet/IP und EtherCAT neben älteren Feldbussystemen. Neue Linien müssen Daten mit den vorhandenen Anlagen austauschen, und die bestehende Verkabelung bleibt dabei liegen.

  • Durchsatz bei der End-of-Line-Prüfung

    Mit wachsender Variantenvielfalt wird der EOL-Prüfstand schnell zum Engpass. Der Prüfumfang wächst, die Taktzeit darf nicht länger werden.

  • Vorgaben zur Rückverfolgbarkeit

    Lückenlose Rückverfolgbarkeit vom Presswerk bis zum Versand, mit Datenerfassung an jeder Station und bei unverändertem Linientakt.

  • Sicherheitskommunikation bei wechselnden Zellkonfigurationen

    Roboterzellen, Schutzeinrichtungen und Not-Halt-Einrichtungen ändern sich häufiger als das Netz darunter. Die Sicherheitskommunikation muss nach jedem Umbau nachweisbar sicher bleiben.

Technik

Was wir mitbringen

  • Deterministische Netzwerke für Fertigungslinien

    Wir legen TSN- und Industrial-Ethernet-Netze für Roboterzellen, Fördertechnik und Bildverarbeitung aus, auf eine feste Zykluszeit.

  • Entwicklung von Prüfsystemen

    End-of-Line- und In-Prozess-Prüfsysteme mit Embedded-Firmware, Steuerung der Prüfvorrichtung und Übertragung der Ergebnisse an das MES.

  • Gateways und Protokollbrücken für Bestandsanlagen

    Wir entwickeln Protokoll-Gateways und Protokollbrücken, die vorhandene SPSen und Antriebe an die IT im Werk anbinden. Die Bestandsanlagen bleiben in Betrieb; den Einbau vor Ort übernimmt der Linienintegrator.

  • Auslegung der Sicherheitskommunikation

    Sicherheitsfunktionen nach dem Black-Channel-Prinzip über das Steuerungsnetz, nach IEC 61508 und ISO 13849, bis einschließlich Vorzertifizierung. Das Zertifikat stellt eine akkreditierte Stelle aus, nicht wir.

  • Die Geräte- und Protokollebene unterhalb des MES

    Für MES-Anbieter integrieren wir SPSen, E/A-Geräte, Gateways und ältere Netze. Wir führen die Daten aus der Fertigung zusammen und stellen sie der MES-Plattform bereit.

  • Schulung, gemeinsame Entwicklung und Support

    Wir schulen Ihr Team im Protokoll oder in der Plattform, entwickeln die erste Implementierung gemeinsam mit Ihren Ingenieuren und übernehmen danach den Third-Level-Support. Den First-Level-Support leistet Ihr Team.

Wie unterstützt AEI die Netzwerkintegration einer Fertigungslinie in der Automobilindustrie?

Wir übernehmen die Netzwerkintegration an der Fertigungslinie in der Automobilindustrie: deterministische Netze, Prüfsysteme und Protokollbrücken, auf denen der Betrieb der Linie aufbaut.

Wir arbeiten für Fahrzeughersteller und ihre Zulieferer sowie für MES-Anbieter und Linienintegratoren, die Projekte in diesen Werken umsetzen. Die Verantwortung für die Linie, den Werkskunden und den Produktionsplan bleibt bei Ihnen. Wir übernehmen die Aufgaben, die Spezialwissen in Protokollen, Embedded-Entwicklung und Prüftechnik verlangen:

  • deterministische Segmente für Roboterzellen, Fördertechnik und Bildverarbeitung über PROFINET (IEC 61158) und IEEE 802.1 TSN, ausgelegt auf eine feste Zykluszeit
  • Gateways und Protokollbrücken zwischen neuen Zellen und dem Bestand aus SPSen, Antrieben und älteren Feldbussystemen
  • End-of-Line- und In-Prozess-Prüfsysteme mit Firmware, Steuerung der Prüfvorrichtung und Übertragung der Ergebnisse an das MES
  • die Datenerfassung an den Stationen und ihre Übertragung über OPC UA an das MES, als Grundlage der Rückverfolgbarkeit je Bauteil
  • Sicherheitskommunikation über das Steuerungsnetz, bis einschließlich Vorzertifizierung
  • Schulung Ihres Teams, die erste Implementierung gemeinsam mit Ihren Ingenieuren und danach Third-Level-Support hinter Ihrem First Level

Installation und Inbetriebnahme der Linie vor Ort übernehmen wir nicht. Dafür ist der Linienintegrator oder die Werkstechnik zuständig. Während der Integrations- und Testphase arbeiten unsere Ingenieure vor Ort mit Ihrem Team, die übrige Arbeit erledigen wir remote. Wie wir zusammenarbeiten und abrechnen, steht auf der Seite zur Zusammenarbeit.

Eine Fertigungslinie in vier Ebenen, jeweils mit der Angabe, wer den Kunden betreut: oben die Plattform des MES-Anbieters, darunter die Netz-, Prüf- und Gateway-Ebene mit deterministischen Segmenten, Gateways und Protokollbrücken, Prüfsystemen, Datenerfassung und Sicherheitskommunikation, dann Installation und Inbetriebnahme durch den Integrator, unten Linie und Produktionsplan des Werks

Vier Ebenen einer Fertigungslinie und wer auf jeder Ebene den Kunden betreut.

In einem Fahrzeugwerk trifft neue Automatisierung fast immer auf gewachsene Anlagen. Netze verschiedener Generationen, wachsende Variantenvielfalt und Vorgaben zur Rückverfolgbarkeit müssen in derselben Halle zusammen funktionieren. Mit der Ebene, die wir entwickeln, lassen sich die vorhandenen Anlagen schrittweise um neue Funktionen erweitern, während die Produktion weiterläuft. Hier geht es um die Netzwerk- und Prüftechnik im Werk. Die Elektronik im Fahrzeug, also CAN, LIN, Automotive Ethernet, Diagnose und Steuergerätesoftware, behandeln wir auf der Seite zur Fahrzeugelektronik.

Wer beauftragt AEI, und mit wem arbeiten wir zusammen?

Unser direkter Auftraggeber ist häufig ein MES-Anbieter oder Linienintegrator und nicht das Werk selbst.

Erhält ein MES-Anbieter den Auftrag für eine Linie, muss die technische Ebene unterhalb seiner Plattform entwickelt und erprobt werden: SPSen, E/A-Geräte und Gateways über alte und aktuelle Netze, die Daten aus der Halle zusammengeführt und so aufbereitet, dass seine Plattform sie verarbeiten kann. Diesen Teil übernehmen wir. Die Auswertung der Daten ist sein Produkt, und die Kundenbeziehung bleibt bei ihm. Für Linienintegratoren und die Werkstechnik von Zulieferern gilt dasselbe. Wir arbeiten als Entwicklungspartner im Hintergrund und treten nicht als Wettbewerber unseres Auftraggebers auf. Das bestimmt auch die Zusammenarbeit vor Ort: Während Integration und Test arbeiten unsere Ingenieure eng mit Ihrem Team, die Arbeiten in der Halle bleiben in Ihrer Verantwortung.

Wie lassen sich neue Fertigungslinien an bestehende Anlagen anbinden?

In den meisten Werken laufen mehrere Protokollgenerationen parallel, und dafür braucht es meist Protokollbrücken, keine vollständige Migration.

In europäischen Werken ist PROFINET verbreitet, in nordamerikanischen EtherNet/IP. EtherCAT kommt in Zellen mit eng synchronisierten Bewegungsabläufen zum Einsatz, ältere Feldbussysteme an installierten Maschinen, die nicht umgebaut werden. Wir entwickeln Protokoll-Gateways und Protokollbrücken, über die neue deterministische Linien Daten mit vorhandenen SPSen und Antrieben austauschen, und legen die TSN- und Industrial-Ethernet-Segmente so aus, dass sie ihre Zykluszeit halten, wenn Zellen hinzukommen. Wir liefern die entwickelten Geräte und die technische Auslegung; den Einbau in der Halle übernimmt der Integrator.

Oben eine neue deterministische Linie, unten PROFINET-Hallen, EtherNet/IP-Hallen und ältere Feldbussysteme, dazwischen die Gateways, Protokollbrücken und TSN-Segmente, über die sie Daten austauschen, während die Zykluszeit eingehalten wird

Gateways, Protokollbrücken und TSN-Segmente zwischen einer neuen Linie und dem Bestand.

Wie bleibt die Taktzeit bei steigender Variantenvielfalt konstant?

Wir entwickeln Prüfstand-Firmware, die Steuerung der Prüfvorrichtung und die Übertragung der Ergebnisse so, dass der Prüfumfang wächst und die Taktzeit gleich bleibt.

Mit wachsender Variantenvielfalt wird der EOL-Prüfstand zum Engpass. Drei Dinge halten die Taktzeit konstant:

  • Parametrierbare Prüfsequenzen für jede Variante.
  • Deterministische E/A an der Prüfvorrichtung.
  • Prüfergebnisse und Messdaten, die direkt an das MES gehen.

Wie lässt sich jedes Bauteil rückverfolgen, ohne den Linientakt zu verlängern?

Wir rüsten die Stationen so aus, dass sie die Daten jedes Bauteils über OPC UA (IEC 62541) an das MES übertragen, eingebunden nach dem Integrationsmodell der ISA-95.

Gemeint ist die lückenlose Historie jedes Bauteils: welche Komponenten verwendet wurden, mit welchen Prozessparametern es gefertigt wurde, welche Prüfergebnisse vorliegen und in welchem Fahrzeug es verbaut ist. Auf diesen Daten beruht ein gezielter Rückruf. Deshalb erstreckt sich die Rückverfolgbarkeit, die IATF 16949 und die Lieferantenvorgaben der Hersteller verlangen, meist über den gesamten Prozess vom Presswerk bis zum Versand, weit über die Endmontage hinaus. So entsteht für jedes Bauteil ein vollständiger Fertigungsnachweis im normalen Stationstakt, ohne eigenen Prüfschritt.

Ein Bauteil auf dem Weg durch fünf Stationen vom Presswerk bis zum Versand; jede Station ergänzt den Fertigungsnachweis darunter (Coil-Charge und Pressenparameter, Schweißergebnisse und Kennung der Prüfvorrichtung, Lackcharge und Ofenprofil, Komponentenkennungen und Drehmomentwerte, schließlich Endprüfung und zugewiesene FIN), und eine Rückrufabfrage läuft dieselbe Kette rückwärts

Der Fertigungsnachweis eines Bauteils, Station für Station aufgebaut und von einer Rückrufabfrage rückwärts gelesen.

Wie wird die Rückverfolgbarkeit vom Echtzeitverkehr der Zellen entkoppelt?

Durch eine gezielte Segmentierung des Netzes.

Die Datenerfassung für die Rückverfolgbarkeit nutzt oft dieselbe physische Infrastruktur wie die Bewegungssteuerung einer Zelle, obwohl die beiden Kommunikationsarten fachlich nichts verbindet. Für die Auslegung zählt deshalb: Lässt sich die Rückverfolgbarkeitslösung erweitern, warten und auch einmal unterbrechen, ohne den Echtzeitbetrieb der Zelle zu berühren?

  • Wie es umgesetzt wird. Die Segmentierung wird festgelegt, bevor die Datenflüsse integriert werden, und IEC 62443 beschreibt, wie: Sicherheitszonen mit klar definierten Kommunikationsverbindungen (Conduits). In einem flachen Netz laufen eine MES-Abfrage und ein Antriebssollwert über denselben Weg.
  • Was es bringt. Änderungen an der Rückverfolgbarkeit bleiben vom Echtzeitverkehr der Zelle getrennt und bergen weit weniger Risiko. Das zählt, weil sich Anforderungen an die Rückverfolgbarkeit viel häufiger ändern als Roboterzellen.
  • Was es nicht ist. Es geht um die Segmentierung des Werksnetzes. Die zonale E/E-Architektur im Fahrzeug ist ein anderes Thema und steht auf der Seite zur Fahrzeugelektronik.

Zwei Varianten derselben Halle: links ein flaches Netz, in dem MES, Stations-PC, Roboterzelle und Antrieb einen Weg teilen, sodass Abfrage und Sollwert über dieselbe Leitung laufen; rechts dieselben Geräte in zwei Zonen nach IEC 62443, einer Rückverfolgbarkeitszone mit Abfragen zwischen MES und Stations-PC und einer neu hinzugefügten Station sowie einer Steuerungszone mit Sollwerten zwischen Roboterzelle und Antrieb, verbunden über einen definierten Conduit, den Bauteildaten nur in eine Richtung passieren

Zwei Zonen und ein Conduit: Die Rückverfolgbarkeit kann sich ändern, und der Echtzeitverkehr der Zelle bleibt davon getrennt.

Wie wird Sicherheitskommunikation in die Steuerungsarchitektur integriert?

In den meisten modernen Anlagen läuft sie über das Steuerungsnetz.

Nach dem Black-Channel-Prinzip sichert das Sicherheitsprotokoll die Integrität seiner Daten durchgängig zwischen Sender und Empfänger ab, nicht das Netz darunter. Ein zweites physisches Netz ist deshalb nicht mehr die Standardlösung. Bei Roboterzellen gehört die Sicherheitskommunikation von Anfang an in die Auslegung: Schutzeinrichtungen, Verriegelungen und Not-Halt werden bei jedem Umrüsten neu angeordnet, und die Sicherheitskommunikation muss nach jeder Änderung nachweisbar bleiben. Wir entwickeln die Kommunikationsschicht und prüfen ihre Implementierung im Rahmen der Vorzertifizierung. Unser Team hat ein busunabhängiges Sicherheitsprofil auf die kundenspezifische Hardware eines Kunden portiert und bis zur SIL-2-Vorzertifizierung gebracht. Das Zertifikat stellt eine akkreditierte Stelle aus, und für den Sicherheitsnachweis einer installierten Linie bleibt ihr Betreiber verantwortlich.

FAQ

Häufige Fragen

Nehmen Sie Fertigungslinien vor Ort in Betrieb?
Nein. Wir entwickeln die Netzwerk-, Geräte- und Prüftechnik und weisen ihre Funktion gemeinsam mit Ihrem Team nach. Installation und Inbetriebnahme vor Ort übernimmt der Linienintegrator oder die Werkstechnik. Während Integration und Test arbeiten unsere Ingenieure bei Ihnen vor Ort, die übrige Arbeit erledigen wir remote.
Neue Roboterzellen sollen an vorhandene SPSen angebunden werden. Wobei unterstützen Sie uns?
Bei den Geräten und Protokollschnittstellen. Wir entwickeln Gateways und Protokollbrücken zwischen PROFINET, EtherNet/IP, EtherCAT und älteren Feldbussystemen und legen die Netzsegmente so aus, dass die neue Linie ihre Zykluszeit auch im Verbund mit den vorhandenen Anlagen hält. Installation, Verkabelung und Produktionsumstellung übernimmt der Linienintegrator; wir unterstützen ihn bei der technischen Integration.
Wir liefern das MES. Welche Aufgaben übernehmen Sie, und was bleibt bei uns?
Wir entwickeln die technische Ebene unterhalb Ihrer Plattform, also die Integration von SPSen, E/A-Geräten und Gateways über alte und neue Netze. Die Daten aus der Fertigung führen wir zusammen und stellen sie Ihrer Plattform bereit. Ihre Auswertung ist Ihr Produkt, und die Kundenbeziehung bleibt bei Ihnen. Wir arbeiten als Ihr Engineering-Partner und treten beim Kunden nicht als zweiter Integrator auf.
Entwickeln Sie auch End-of-Line-Prüfstände oder nur die Netzwerktechnik?
Beides. Wir liefern die Firmware für End-of-Line- und In-Prozess-Prüfsysteme, die Steuerung der Prüfvorrichtung und die Übertragung der Ergebnisse an das MES, dazu das Netz, über das diese Systeme kommunizieren.
Wie gelangen die Rückverfolgbarkeitsdaten je Bauteil in unser MES oder ERP?
Die Stationen übertragen ihre Daten über OPC UA (IEC 62541) an das MES, eingebunden nach dem Integrationsmodell der ISA-95. So entsteht die Historie jedes Bauteils vom Presswerk bis zum Versand, und die Taktzeit der Station bleibt gleich.
Zertifizieren Sie die Sicherheitsfunktionen einer Fertigungslinie?
Nein. Wir entwickeln die Sicherheitskommunikation und prüfen die Implementierung im Rahmen der Vorzertifizierung, also vor der formalen Bewertung. Das Zertifikat stellt eine akkreditierte Stelle aus, und für den Sicherheitsnachweis der installierten Anlage bleibt ihr Betreiber verantwortlich.
Normen und Quellen
  • IEC 61158 / IEC 61784 – Normen für industrielle Kommunikationsnetze und Feldbusprofile, darunter PROFINET
  • IEEE 802.1 TSN – Time-Sensitive Networking für konvergente Werksnetze
  • IEC/IEEE 60802:2026 – das TSN-Profil für die Industrieautomation; es legt fest, welche Optionen ein Werksnetz von seinen Geräten verlangen kann
  • IEC 61508 / ISO 13849 – funktionale Sicherheit von Maschinensteuerungen
  • ISO 10218 – Sicherheitsanforderungen an Industrieroboter und Robotersysteme
  • IATF 16949 – Qualitätsmanagement im Automobilbau, einschließlich Rückverfolgbarkeit
  • OPC UA (IEC 62541) – MES- und OT-Datenintegration
  • ISA-95 / IEC 62264 – Integration von Unternehmens- und Leitebene (MES)
  • IEC 62443 – Normenreihe zur industriellen Cybersicherheit, darunter die Segmentierung von Automatisierungsnetzen
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